Antike Steinskulpturen>> Vorwort




1. Idealplastik - griechisch

2. Idealplastik - römisch

3. Porträtplastik - griechisch

4. Porträtplastik - römisch

5. Reliefs - griechisch (Ehren-, Votiv- und Inschriftenstelen)

6. Reliefs - römisch (Ehren-, Votiv- und Inschriftenstelen)

7. Sepulkralplastik - griechisch

8. Sepulkralplastik - römisch

9. Varia (Architektur)

10. Kypriaka

11. Ägyptiaka

12. Neuzeitliche Nachbildungen

13. Verschollen

14. Abgegeben

 

 

Vorwort

Die Antikensammlung der Museumslandschaft Hessen Kassel kann auf eine mehr als 400-jährige Tradition zurückblicken. Die älteste Nachricht für das Sammeln von Antiken bezeugt, daß im Jahre 1603 Antiken aus Frankreich, darunter sieben römische Lampen, von Landgraf Moritz von Hessen-Kassel ("Der Gelehrte", reg. 1592-1627) für seine "Antiquitätenkammer" angekauft wurden. Hessische Truppen in venezianischen Diensten brachten 1688 aus dem Krieg gegen das Osmanische Reich weitere antike Kunstwerke aus Griechenland mit. Unter Landgraf Karl (reg. 1670-1730) wurde eine Antiquarius/Bibliotecarius mit der Betreuung der Sammlungen beauftragt. Ihren bedeutendsten Zuwachs erhielt die Antikensammlung in der Epoche des akademischen Klassizismus unter Landgraf Friedrich II. (reg. 1760-1785). Er machte sie 1779 im Kontext der enzyklopädisch angelegten Sammlungen und der Bibliothek im Museum Fridericianum der Öffentlichkeit zugänglich. Damals waren etwa 70 antike Marmorskulpturen sowie etwa 700 Werke der Kleinkunst (Vasen, Bronzen, Gläser etc.) vorhanden. Nach 1785 sind für etwa 100 Jahre keine Antikenerwerbungen zu verzeichnen. Als Folge der Verstaatlichung 1866 wurde die Sammlung Teil eines königlich-preußischen Provinzialmuseums, ab 1913 Teil des Hessischen Landesmuseums. Nach dem Zweiten Weltkrieg, der auch den Antiken beträchtlichen Schaden zufügte, gingen die Staatlichen Kunstsammlungen Kassel 1948 in den Besitz des Bundeslandes Hessen über.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts erfuhren die Bestände eine bescheidene Vermehrung durch staatliche Ankäufe. Vor allem aber trugen seit den 1960er Jahren antikenbegeisterte private Sammler durch Schenkungen und Leihgaben zum Ausbau der Antikensammlung bei.

Der Bestand der Skulpturen der Antikensammlung umfasst rund 170 antike rundplastische Werke und Reliefs aus Marmor und Kalkstein sowie 20 neuzeitliche Kopien und Nachbildungen antiker Skulpturen. Darunter befinden sich Votiv- und Ehrenstatuen, Kultbilder, Grabdenkmäler, Weihreliefs, Porträts, Inschriften sowie Ausstattungsstücke privater Wohnarchitektur. Sie repräsentieren wesentliche Lebensbereiche der antiken Welt und der Geschichte der antiken griechisch-römischen Bildhauerkunst. Im Zentrum stehen dabei die Bildwerke der klassischen und hellenistischen Periode sowie der römischen Kaiserzeit.

Die besondere archäologische und kulturgeschichtliche Bedeutung der Kasseler Bestände liegt in dem inhaltlich und chronologisch breiten Spektrum der Bildwerke und ihrer künstlerischen Qualität. Die Sammlungs- und Wirkungsgeschichte gewährt Einblicke in die neuzeitliche Auseinandersetzung mit der Kunst und Kultur des Altertums.

Der Bestandskatalog der antiken Skulpturen als Online-Publikation

In der Museums-Datenbank MuseumPlus der Museumslandschaft Hessen Kassel ist die Antikensammlung mit 4800 Objekten vollständig erfaßt. Diese Daten insgesamt öffentlich zugänglich zu machen und damit dem Beispiel zahlreicher Museen im In- und Ausland zu folgen, ist derzeit nicht möglich und sinnvoll. Einzelne, in sich abgeschlossene Bereiche der Sammlung, deren wissenschaftliche Bearbeitung weit fortgeschritten ist, sollen aber in Online-Publikationen einem breiten Publikum zur Verfügung stehen. Die beim Erstellen des Bestandskataloges der Architekturzeichnungen des 17. - 20. Jahrhunderts in der Graphischen Sammlung der Museumslandschaft Hessen Kassel gemachten Erfahrungen und der Erfolg dieses Projektes haben es erleichtert, solche Publikationen auch in der Antikensammlung anzugehen. Es ist ohne Zweifel sinnvoll, die Möglichkeiten der neuen Medien bei der Erschließung und Veröffentlichung von Museums-Sammlungen umfassend zu nutzen. Der Bestand an antiken Skulpturen ist der am weitesten bekannte und berühmteste Teil der Antikensammlung der Museumslandschaft Hessen Kassel. Die vorliegende Publikation ist die vollständige Wiedergabe des gedruckten Kataloges aus dem Jahr 2007 (Peter Gercke, Nina Zimmermann-Elseify: Antike Steinskulpturen und neuzeitliche Nachbildungen in Kassel. Bestandskatalog. Museumslandschaft Hessen Kassel, Mainz 2007). Wie dieser gibt der Online-Katalog eine ausführliche Beschreibung der Skulpturen und eine fundierte wissenschaftliche Einordnung der Werke. Er versammelt zudem die Literatur zu den Objekten bis zum Jahr 2007 und informiert über Zustand und Restaurierungsgeschichte. Alle wichtigen Objekte werden in mehreren Photographien vorgestellt. Wie in den Kapiteln des Buches sind die Skulpturen nach einer sachlichen Gliederung zu Gruppen zusammengefaßt. Innerhalb der Gruppen sind die Objekte chronologisch geordnet. Dies erleichtert den ersten Zugang und ermuntert zum "Blättern" im Katalog. Zum anderen ist der Bestand über eine Volltextsuche erschlossen, die alle Datenbankfelder erfaßt und über die sich z.B. eine nach der Inventarnummer oder dem "Rufnamen" gesuchte Skulptur schnell finden läßt.

Technischer Hintergrund

Die Informationen zu den einzelnen Objekten sind in der Datenbank MuseumPlus hinterlegt, dem elektronischen Programm zur Organisation und Bearbeitung des Inventars bei der Museumslandschaft Hessen Kassel. Die Daten für den Online-Katalog wurden aus dem Gesamtdatenbestand des zentralen MS-SQL-Servers herausgefiltert und als Textdateien in eine MySQL-Datenbank exportiert.

Dank

Das Profil der Kasseler Antikensammlung ist von Schenkungen, Leihgebern und Förderern aus dem bürgerlichen Umfeld entscheidend geprägt. Ihnen allen gebührt unser Dank. Die Schenkungen Eduard Justi aus Braunschweig, Ernst und Bernadette Inhelder aus Zürich und Wilhelm Wepler aus Kassel seien hier im besonderen angemerkt. Gleiches gilt für Leihgeber wie die Stiftung Peter und Irene Ludwig, Aachen, Ursula Freifrau von Wendt, Ostercappeln, und weitere aus deutschem Privatbesitz sowie eine Vielzahl von Förderern der Kasseler Antikensammlung. Einen ganz besonderen Platz unter den letztgenannten nimmt Familie Dierichs ein, welche im Jahr 2007 ihre von Paul Dierichs zwischen 1974 und 1981 zusammengetragene Sammlung der Museumslandschaft Hessen Kassel übereignet hat.

Zusammen mit den Sammlern Peter und Irene Ludwig und weiteren Freunden der Sammlung konnte die Familie Dierichs ab 2002 dankenswerterweise für die Förderung der wissenschaftlichen Bearbeitung des Skulpturenbestandes der Antikensammlung gewonnen werden. Es konnte hiermit ein lang gehegter Wunsch eingelöst werden.

Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten am Bestandskatalog "Antike Skulpturen" gilt der Dank der Museumslandschaft Hessen Kassel außerdem Herrn Peter Gercke, dem langjährigen Leiter der Sammlung, und Frau Nina Zimmermann-Elseify. Unser Dank gebührt aber auch allen Kolleginnen und Kollegen der Museumslandschaft Hessen Kassel, der Fotowerkstatt und der Restaurierung, die über lange Zeit und mit hohem Engagement am Entstehen des Kataloges mitgewirkt haben. Nicht zuletzt sei auch Frau Simone Vogt für die Redaktion der Online-Version und Frau Christina Haak gedankt, mit deren koordinatorischer Unterstützung die Publikationen zum Abschluss gebracht werden konnte.

Ulf Leinweber
Rüdiger Splitter

Kassel, März 2009


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