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Widder Bild1

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Widder
Kopf, lebensgroß
Inv.-Nr. Sk 139

Antoninisch, 2. Jh. n. Chr.

Cremefarbener, mittel-großkristalliner Marmor

H 23,5 cm
L 28,5 cm
B 23,5 cm


Fundort: Aus Kleinasien (?)

Zugang: Erworben 1988 im Kunsthandel K. Alavi, London


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Erhaltungszustand/Restaurierung: Am Hals schräg von r. nach l. gebrochen. Stark bestoßen. Teil des r. Ohres und Horns weggebrochen. Nüstern l. beschädigt. Zahlreiche Risse. Dicke weiße Versinterungen, besonders im Bereich der Hörner und Ohren. Ockerfarbene Verfärbungen. Restaurierung 1985: gereinigt, Standdübel montiert. 2001 gereinigt.

Beschreibung: Der lebensgroße Widderkopf ist bemerkenswert naturalistisch gebildet. Seine Asymmetrien und der Bruch auf seiner Rückseite sprechen dafür, dass er ursprünglich leicht nach links gewandt war. Der gestreckte vordere Teil des Schädels weist einen deutlichen Höcker auf. Dicke Brauenwülste wölben sich über die vortretenden mandelförmigen Augen. Die länglichen schmalen Ohren liegen am Kopf an. Ein dichtes Fell aus kurzen, dicken, voluminösen Lockenbüscheln, die durch Meißelrillen untergliedert sind, bedeckt die Stirn oberhalb der Brauenwülste. Von dort aus winden sich gedrehte Hörner hinter den Ohren vorbei nach vorne. Ihre Spitzen stehen seitlich ab. Die Hörner haben eine geriffelte plastische Struktur.

Der Kasseler Widderkopf findet eine enge Parallele in einem Stück unbekannter Herkunft aus der Sammlung Norbert Schimmel (Settgast 1978, Sotheby’s 1997). Derartige Köpfe könnten von freiplastischen Widderfiguren stammen und an Entwürfe hellenistischer Zeit in der Art des Bronzewidders von Palermo anknüpfen (Settgast 1978, Bonasca 1996, Setari 1998). Eine Verwendung in architektonischem Zusammenhang wäre zwar ebenfalls denkbar, ist aufgrund der leichten Drehung des Kopfes aber eher unwahrscheinlich. Die Gestaltung des lockigen Fells auf der Stirn legt eine Datierung des Kasseler Widderkopfes in antoninische Zeit nahe.

Publiziert:
Unpubliziert.


Literatur: J. Settgast (Hrsg.), Von Troja bis Amarna. The Norbert Schimmel Collection New York. AK Berlin (1978) Nr. 108; Sotheby’s, Auktionskat. New York (1992) Nr. 62; Sotheby’s, Auktionskat. New York (1997) Nr. 108. – Zum Bronzewidder Palermo: G. P. Carratelli (Hrsg.), I Greci in Occidente. AK Venedig (1996) 422 f. (N. Bonasca); H. Hellenkemper (Hrsg.), Die Neue Welt der Griechen. AK Köln (1998) 235 f. Nr. 176 (E. Setari).

(NZE)

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