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Uschebti für Petamenophis Bild1

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Uschebti für Petamenophis
Statuettenfragment
Inv.-Nr. Sk 74

Ägyptisch, Übergang 25./26. Dynastie, um 650 v. Chr.

Hellgrauer Serpentin, Reste kieselkeramischer Glasur.

H des Torsos 13,2 cm.


Fundort: Vermutlich Theben-West, El-Asasif, Grab Nr. 33.

Zugang: 1815 vom Musée Napoléon als Ersatz für eine dort verlorene Kasseler ›Isis von Basalt‹ erhalten.


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Erhaltungszustand/Restaurierung: Unergänzt. Untere Hälfte der Figur fehlt. Linke Kopf- und Körperseite bestoßen und braun verfärbt. Nase abgebrochen; kleinere Verletzungen der Oberfläche. Kieselkeramische Glasur weitgehend verloren. Restaurierung 1973/75: gereinigt, gesockelt.

Beschreibung: Die mumiengestaltige Statuette für Petamenophis (Pa-di-Amun-[em-]ipet) gehört zu einer umfangreichen Serie aus seinem Grab in Theben. Der relativ große Uschebti hält in den Fäusten je einen Handpflug und in der Linken zusätzlich das Seil des Saattäschchens, das hinten von der rechten Schulter herabhängt. Das breite Gesicht wird von einer voluminösen, dreigeteilten Perücke gerahmt, deren nach vorn fallende Strähnen die hoch ansetzenden, großen Ohren freilassen. Zwischen den Perückenenden deuten einige Ritzlinien den Schmuckkragen auf der Brust an. Die fliehende Stirn, die mandelförmigen Augen, die hohen kantigen Wangenknochen, die breite Nase und die geraden, wulstigen Lippen suggerieren Porträthaftigkeit. Diese physiognomischen Züge sind charakteristisch für das ›Zeitgesicht‹ der saitischen Bildniskunst. Von der mehrzeiligen, sorgfältig eingetieften Inschrift, die durch horizontale Ritzlinien und zwei vertikale auf der Rückseite gegliedert ist, sind nur die beiden oberen erhalten: »Es werde beschienen der Osiris, der Oberste Vorlesepriester Pa-di-Amun-(em-)ipet. Oh, ihr Uschebtis, wenn man aufruft, wenn man abzählt, wenn man zuteilt den Osiris, den Obersten Vorlesepriester Pa-di-Amun-(em-)ipet zu machen/arbeiten…« (Übersetzung: Felgenhauer 1996, 180). Petamenophis bekleidete das Amt des Obersten Vorlesepriesters im thebanischen Amun-Heiligtum: Nach Ausweis der Inschriften auf von ihm gestifteten Skulpturen und Weihgeschenken hatte er mehrere andere hohe Positionen am Königshof und in der Tempelhierarchie inne. Seine Lebensdaten fallen in die Übergangszeit von der 25. zur 26. Dynastie (zwischen 775–653 und 664–525 v. Chr.). Die scharfe und sorgfältige Bearbeitung der steinernen Oberfläche auch für zu glasierende Skulpturen zeichnen Werke dieser Zeit aus (Schlick-Nolte 1999).

Publiziert:
Bieber 1915, Nr. 60 Taf. 35; Krug 1971, Nr. 25 Taf. 11; Felgenhauer 1996, Nr. 77 Abb. ausführlich beschrieben, kommentiert und mit Abschrift und Umschrift des Hieroglyphen-Textes; R. Busz – P. Gercke (Hrsg.), Türkis und Azur. Quarzkeramik im Orient und Okzident Kassel (1999) 12 ff. bes. 44 (B. Schlick-Nolte); 192 ff. bes. 195 f. (R. Busz – G. Sengle) Beschreibung und Dokumentation des keramisch-künstlerischen Glasierverfahrens, die materiellen Voraussetzungen und die technologische Analytik.


Literatur: Felgenhauer 1996, Nr. 77 mit Lit.

(PG)

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