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Ptolemäerin im Isis-Typus Bild1

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Ptolemäerin im Isis-Typus
Statuettenfragment
Inv.-Nr. Sk 77

Ägyptisch, Ptolemäisch, 3.–1. Jh. v. Chr.

Schwarzes Hartgestein (Diorit?)

H des Torsos 5,1 cm



Zugang: Erworben 1750 durch den Rat Arckenholtz für Wilhelm VIII. auf der Auktion in Den Haag, Slg. Wassenaer-Obdam.


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Erhaltungszustand/Restaurierung: Unergänzt. In Brusthöhe abgeschnitten. Linke Gesichtshälfte überarbeitet (?). VS bestoßen. Eingezapfter Kopfschmuck fehlt. Restaurierung 1973/75: gereinigt, gesockelt.

Beschreibung: Der Kopf mit Büste stammt von einer ursprünglich ca. 20 cm hohen Statuette, die vermutlich eine ptolemäische Königin in langem, eng anliegendem Gewand darstellte. Sie trägt eine langsträhnige Perücke. Das Haar auf dem Oberkopf ist durch ein graviertes Rautenmuster angegeben; die nach vorn fallenden Perückenstränge und das Haar hinten sind in keil- bzw. quaderförmige Lockensträhnen untergliedert. Seitlich hinter den Ohren bedecken die Flügel einer Geierhaube den Kopf. Auf der Kalotte hat sich der Uräenkranz erhalten, in den die verlorene Hathor-Isis-Krone – bestehend aus Kuhgehörn, Sonnenscheibe und hohen Straußen- oder Falkenfedern – eingezapft war. Der Kopfschmuck wurde in Kombination mit der Geierhaube von Königinnen und Prinzessinnen seit der 18. Dynastie getragen, in der Spätzeit auch von den königlichen Hohepriesterinnen des thebanischen Amunkultes. Mit dieser Kompositkrone schmückten sich auch die seit Arsinoe II. an Isis angeglichenen, vergöttlichten Königinnen der Ptolemäer. Das porträthaft gestaltete Gesicht einer bestimmten Ptolemäerin zuzuweisen, ist wegen seiner Ausführung im ägyptischen Stil schwierig. Der stämmige Hals mit angedeutetem Doppelkinn, das volle, gelängte Untergesicht, in das der Mund mit leicht aufgeworfenen Lippen eingebettet ist, sind Merkmale ägyptischer oder ägyptisierender Bildnisse der Arsinoe II. (278–270/68 v. Chr.), die allerdings eine andere Kompositkrone schmücken. Die physiognomischen Details sind zudem wegen der bescheidenen Qualität der Statuette nicht signifikant genug und schließen auch die Wiedergabe einer späteren Ptolemäerin des 2. bis 1. Jhs. v. Chr. nicht aus (Felgenhauer 1996).

Publiziert:
Wassenaer Auktion 1750, Nr. 104; Bieber 1915, Nr. 68 Taf. 35; Krug 1971, Nr. 15 Taf. 7; Felgenhauer 1996, Nr. 97 Abb.


Literatur: Boosen 1985/91, Nr. 4; Felgenhauer 1996, Nr. 97 mit Lit.

(PG)

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